Biotop

Unser Biotop "Steinbruchteich"

Biotop Steinbruchteich
Bereits in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden im Umfeld des Steinbruches Harthau Untersuchungen vorgenommen, um den Abbau des begehrten "Harthauer Grünschiefer" fortzuführen. Auf dem Gelände des Gündelschen Besitzes wurde eine Probeschürfung angelegt. Offensichtlich waren die Ergebnisse nicht befriedigend, denn die Schürfung wurde aufgelassen. Ein kleiner Teich füllt seitdem das Restloch. Der Wasserspiegel schwankt , je nach Niederschlag und Jahreszeit, um bis zu 1,5 m. Mit diesen Bedingungen kommen Lurche und Kriechtiere hervorragend zurecht. Es gibt eine starke Population der Ringelnatter (Natrix natrix). Der Bergmolch (Triturus alpestris) ist allgegenwärtig. 1998 konnte eine massenhafte Vermehrung festgestellt werden. Obwohl in den umliegenden Gärten die Erdkröte (Bufo bufo) in den angelegten Gartenteichen häufig laicht, wird das Gewässer des Biotopes gemieden. Grasfrosch (Rana temporaria) und Wasserfrosch (Rana esculenta ) werden in den Gärten angetroffen, laichen aber ebenfalls nicht im Biotop. Der selten  vorkommende Seefrosch (Rana ridibuna) , auch Grünfrosch genannt, wird ebenfalls in den kleinen Gartenteichen angetroffen. Die Bergeidechse (Lacerta vivipara) wird im Biotop häufig beobachtet. Sie besiedelt auch die umliegenden Gärten. Natürlich findet die Schermaus (Arvicola terrestris) und die kleine Wühlmaus (Microtus subterraneus) hier ideale Bedingungen. Die  nützliche Zwergspitzmaus (Sorex minutus) ist sehr häufig anzutreffen.
Das Wasser des Teiches ist klar, der ph-Wert ist neutral und das Wasser enthält fast keine Kleinstlebewesen. Die Posthornschnecke (Planorbarius corneus) und die Spitzhornschnecke (Lymnaea stagnalis) kommen häufig vor.
Als Landschnecken treten die Schnirkelschnecken ( Cepaea hortensis und Cepaea nemoralis) häufig auf, die Große und Braune Wegschnecke (Arion rufus und Arion subfuscus) sind eine Plage und die Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist eher selten zu sehen.
Das Biotop ist ein ideales Rückzugsgebiet für Tiere inmitten der Gartenanlage. Viele Vogelarten sind anzutreffen und einige nisten im Biotop. Regelmäßig brüten die Amseln (Turdus merula), die Blaumeise (Parus caeruleus), die Kohlmeise (Parus major) und die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), sowie die Sperlinge (Passer domesticus). Gerade die Sperlingspopulation hat sich wieder gut erholt. Der Star (Sturnus vulgaris) nistet noch zahlreich in der Gartenanlage. Buntspechte (dendrocopus major) sind regelmäßige Besucher, der Kleiber (Sitta europaea) hält sich hier auf, der Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla) wurde beobachtet. In den Gärten brütet auch regelmäßig  der  Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus). Der Bestand an Elstern (Pica pica) ist bedenklich angestiegen. So registrieren wir häufig Nesträuberei.
Grünfinken sind häufig, der Gimpel, Eichelhäher sowie Zaunkönig und Rotkehlchen sind eher unregelmäßig beobachtet worden. Die Futterstellen in einigen Gärten werden im Winter gut angenommen. 2010 wurden im Herbst mehrere Kreuzschnäbel (Loxia curvirostra) angetroffen.
Regelmäßig besucht jedes Jahr im Frühjahr und Frühsommer ein Stockentenpaar (Anas plathyrhinchos)  unser Biotop. Zweimal (1995 und 2008) haben wir auch Nachwuchs registrieren können.(Siehe Foto) Die Insektenwelt ist äußerst viefältig. So sind verschiedene Libellenarten, wie die Braune Mosaikjunfer (Aeschna grandis), die Frühe Adonisjungfer (Pyrrhosoma nymphula),die Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) die Hufeisenazurjungfer (Coenagrion puella) und der Blattbauch (Libelula depressa) zu beobachten. Erfreulich haben sich die Hummelbestände entwickelt. Immer wieder werden Wespennester im Biotop registriert. Die Anlage der Nester ist vielfältig. So haben wir 2000 ein Wespennest in Fussballgröße in einer Hecke entdeckt, 1996 wurde ein Wespennest registriert, welches sich in einem Mauseloch befand. Mehrfach wurden an Lauben Hornissennester (Vespra crabo) festgestellt. Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf. In keinem Falle kam es zu Stichen. Hornissen meiden auch den Frühstückstisch und ernähren sich maßgeblich räuberisch von Insekten. Sie verschmähen aber auch gährendes Obst nicht.

Interessant ist auch die Pflanzenwelt (Flora). Die Wasserschwertlilie (Iridaceae pseudacorus) ist die beherrschende Pflanze am Wasser. Um eine Verlandung des Teiches zu vermeiden, wurden die Bestände 2012 gezielt reduziert. Unmittelbar am Ufer kommen das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) und die Große Brennnessel (Urtica dioeca) vor. Ein kleines Vorkommen des Seidelbastes ist 2003 erloschen. Unregelmäßig ist der Gifthahnenfuss (Ranunculus sceleratus) in der Uferzone nachgewiesen. Der Bärlauch wurde 2007 angesiedelt und entwickelt sich gut. In der höheren Strauchregion dominieren Himbeeren, verschiedene Farne und es existiert ein kleines Vorkommen des Maiglöckchens (Convallaria majalis). Bodendeckend sind die Vielblütige Weißwurz (Polygonatum mulitflorum), das Große Schöllkraut (Chelidonium majus) und der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) vorherrschend.

An Sträuchern finden wir im Biotop  den Roten Hartriegel (Cornus sanguinea), die Haselnuss (Corylus avellana), den Schlehdorn (Prunus spinosa), den Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) und die Hundsrose (Rosa canina). Den Baumbestand bilden Eberesche (Sorbus aucuparia) , Esche (Fraxinus excelsior), Spitzahorn (Acer platanoides) , Stieleiche Quercus robur), Hänge-Birke (Betula bendula), Korbweide (Salix fiminalis) und Salweide (Salix caprea).

Mit der Ansiedlung von Arnika , auch Bergwohlverleih genannt, (Arnica montana) wird im Biotop weiter experimentiert.

Weitergehende Untersuchungen führt die Arbeitsgemeinschaft "Ökologie" der Diesterwegmittelschule im Rahmen der Initiative "Jugend forscht"  unter der Leitung von Herrn Eigner seit 2012 fort. Neben der weiteren Bestandsaufnahme von Fauna und Flora des Biotopes soll die Insektenwand erneuert werden und auch die Erforschung der Fledermauspopulation in der Anlage weitergeführt werden. Leider existiert diese Arbeitsgemeinschaft nur bis 2015.
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